Fahren ohne (eigenes) Auto

Liebe Untertanen, Mitleser und sonstige Zeitgenossen!

Ich bin jetzt ziemlich genau ein Monat ohne Auto.
Lange Geschichte, das doch schon in die Jahre gekommene Gefährt hat nach einer notwendigen Reparatur angefangen herumzuspinnen und dies hätte noch weitere Reparaturen (die den Restwert des Autos bei Weitem überstiegen hätten) notwendig gemacht.
Eigentlich hätten meine liebe Frau Maus bei den Furzen und ich noch gehofft, daß die Karre noch dieses Jahr durchhält, aber leider kommt es immer anders als man denkt.

Da ich aufgrund der eher seltenen Notwendigkeit eines Fahrzeuges (meistens nur ein bis zwei mal pro Monat) schon länger mit dem verzicht auf eigenen Autos liebäugle, fiel mir die Entscheidung recht leicht.
Meine Frau war zwar noch ein wenig skeptisch, willigte aber (dank meiner Argumente und Überredungskünste) dann doch ein, es zumindest mal für ein Jahr mit öffentlichen Verkehrsmittel und Mietautokonzepten zu versuchen.

Bevor jetzt jemand meint, jetzt ist er schon komplett übergeschnappt, hier ein paar Worte zur Erklärung:

  • wir leben inmitten einer Großstadt
  • Parkplätze sind rar, trotz Parkraumbewirtschaftung
  • es ist immer Stau, dann wenn ich fahren könnte
  • ein Auto kostet am meisten, wenn es steht (Versicherung, Parkraumbewirtschaftung, Autobahnmaut, §57A Untersuchung, laufende Reparaturen usw.)
  • wir fahren immer mit den Öffis in die Arbeit
  • wir haben alle notwendigen Lebensmittelhändler in gehweite und gehen sowieso zu fuss einkaufen
  • ich habe die Möglichkeit den Carpool meiner Firma kostengünstig zu nutzen (vergünstigte Wochenendangebote)
  • in unserer näheren Umgebung stehen häufig Mietautos verschiedenster Anbieter zur Verwendung bereit


Mir ist klar, dass es momentan nicht für jeden möglich sein wird, ohne eigenes Fahrzeug zu sein, aber für Stadtmenschen ist es sicherlich eine Überlegung wert.
Man muss sich eigentlich nur von dem Gedanken befreien, unbedingt ein Auto besitzen zu müssen, bzw. dass ein Auto ein Statussymbol ist.
Es ist natürlich eine Illusion, dass ich mir jetzt viel Geld erspare, weil ich kein Auto habe. Jedoch wenn man sich die Anschaffungskosten und die laufenden Kosten eines Fahrzeuges in der durchschnittlichen Lebensdauer ausrechnet und die geschätzte Anzahl der notwendigen Kilometer pro Jahr berücksichtigt, kann man einen Vergleich mit Mietkonzepten angehen und seine Schlüsse daraus ziehen.

Wer schon länger darüber nachdenkt das eigene Auto aufzugeben, dann nur Mut. Der erste Schritt ist damit getan.
In naher Zukunft muss sich, was Verkehrskonzepte anbelangt, sowieso was tun. Ich denke nicht, dass es in Zukunft gehen wird, dass fast jeder Mensch sein eigenes Auto hat.
Fahrzeuge, die mit Brennstoffen unserer prähistorischen Erdvergangenheit angetrieben werden, werden früher oder später Geschichte sein und das Elektroauto wird sicher nicht die Zukunft, das ist zumindest mir klar.
Für alle Nicht-Lateiner, Auto heisst übrigens „selbst“.
Ich glaube, die Zukunft des Autos wird sein, kein eigenes Auto zu haben.
Naja, erkläre das mal wer den Autoherstellern…

Diese Geschichte widmet euch euer
Herr Johannes bei den Furzen.

P.S.: Mein Verzicht auf ein Auto wurde übrigens von einem meiner Nachbarn bereits kompensiert.
Dieser verstellt nun nicht nur mit seinem eigenen Auto und einem Dienstfahrzeug zwei Parkplätze, nein, Burli hat jetzt eeeendlich auch ein Auto! Jippie!
Diesen Nachsatz widmet euch
der böse Johannes

Advertisements

2 Gedanken zu „Fahren ohne (eigenes) Auto

  1. Kann mich nur anschließen. Ich bin in einer ähnlichen Situation – alles Nötige in Laufweite bzw. ein paar Bus- bzw. Straßenbahnhaltestellen entfernt. Weg zur Arbeit per Zug. Wenn ich doch mal ein Auto brauche, gibt es eine handvoll Carsharing-Stationen in Laufweite. Dank Bezuschussung einer Jahreskarte für den Verkehrsverbund fahre ich definitiv billiger als mit eigenem Auto, ohne den Zuschuss wäre es immer noch etwas billiger.

    Klar, ich kann mich nicht spontan ins Auto setzen und fahren wann und wie lange ich will, sondern muss das beim Carsharing im Voraus buchen. Aber dafür spare ich mir das ganze Theater mit Wartung, Reparaturen, Parkplatzfinden usw.

    Unterm Strich lohnt es sich für mich, kein Auto zu haben. Auf dem Land wird das so nicht funktionieren, aber in der Stadt dürfte es für viele ohne Probleme möglich sein.

  2. Pingback: Wieviele Autos braucht man pro Haushalt? | Krawutzi!

Gib Deinen Senf dazu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.