Sicher im Internet: Juhu! Ich bin endlich sicher!

Sicher-GrabsteinWahnsinn, das ist das zwanzigste Kapitel, du hast es geschafft!
Nachdem du alle Kapitel und die dazugehörigen Portionen des Nachschlags brav gelesen hast, bist du jetzt endlich sicher unterwegs im Internet!
Juhu!

Als aufmerksamer Leser ist dir sicher klar, dass das leider nicht wahr sein kann, denn es gibt keine wirkliche Sicherheit. Das ist das einzig sichere!
Alles was ich hier aufgeschrieben habe ist nur ein Standardschutz, denn zu 100% sicher ist ein Rechner nur, wenn er ausgeschalten ist!
Klingt blöd, ist aber so.

Alle hier aufgeführten Schutzprogramme haben garantiert Fehler, und sind wahrscheinlich angreifbar. Es muss sich nur jemand die Mühe machen und die Fehler finden. Und tatsächlich sind Menschen ständig auf der Suche nach Schwachstellen, oder finden diese vielleicht zufällig.

Die Guten verständigen die Hersteller. Diese könnten dann agieren und den Fehler ausbügeln, was sie leider nicht immer (gleich) tun.
Oftmals verstreichen viele Monate(!), manchmal sogar Jahre (!!) bis bekannte, oft kritische Sicherheitslücken von den Herstellern ausgebessert werden. Oftmals reicht es den Guten dann auch irgendwann und sie drohen mit der Veröffentlichung der Schwachstelle im Internet, weil dies oft der einzige Weg ist, ein Unternehmen zu einer Aktion zu bewegen.

Die Bösen verständigen niemanden. Sie horten diese Schwachstellen, um sie für ihre nächste Attacke zu verwenden. Diese Schwachstellen nennt man dann Zero-Day-Exploit, weil der Hersteller 0 Tage Zeit hat, sich eine Lösung für das Problem zu überlegen.

Aus Erfahrung weiß man, dass es oft die großen Hersteller sind, die sich mit der Bereitstellung eines Patches für die betroffene Software recht lange Zeit lassen. Und das obwohl besagte Firmen oft Heerscharen von Programmierern angestellt haben.
Doch diese Firmen wägen einfach die Kosten gegen das Risiko ab und das Risiko für eine große Firma ist in diesem Fall halt relativ klein.
Kleine Firmen können sich ein solches Gebaren nicht leisten, denn schließlich geht es um den guten Ruf!
Open Source Communities lassen meist auch nicht lange auf eine Lösung von gravierenden Problemen warten, denn auch hier geht es um den guten Ruf. Außerdem geht es um den Stolz der Programmierer, denn niemand möchte sein Werk fehlerbehaftet wissen…

Eigentlich müsste man ob der vielen Gefahren der Windows Welt den Rücken kehren und sich um eine Alternative umsehen. Doch leider ist dies aus diversen Gründen oft nicht möglich.
Ich verstehe auch warum, denn es gibt viele Prügel, die einem da in den Weg geworfen werden.
Sei es die berufliche Abhängigkeit von gewissen Softwareprodukten, oder einfach nur das aufgebaute Wissen über Windows, oder vielleicht weil alle die man kennt, nur Windows verwenden.
Windows hat sich eben als Desktop Betriebssystem für ziemlich alle durchgesetzt, denn Microsoft hatte die geniale Idee eine Lizenz für ihre Software gemeinsam mit Geräten eines Marktführers von PC Hardware zu vertreiben.
Das war der Grund für die rasende Verbreitung.
Wer sich ein Gerät kaufte, hatte Microsoft automatisch an Bord und die Hersteller anderer Betriebssysteme und Software haben leider den Startschuss im Dornröschenschlaf verpasst.
Für Firmen ist die große Verbreitung sogar teilweise ein Grund dafür, um Windows zu verwenden, weil der Einschulungsaufwand relativ klein ist, da jeder Windows kennt. Paradoxerweise gilt dies auch umgekehrt, denn viele verwenden zuhause Windows, weil sie es von der Arbeit kennen 😉

Für mich selbst bestehen solche Probleme nicht, denn ich muss mich von Berufswegen mit relativ vielen unterschiedlichen Betriebssystemen auseinandersetzen. Daher habe ich auch bereits vor Jahren den Entschluss gefasst, privat von Windows weg zu gehen.
Dies hat mich relativ viel Vorbereitungsarbeit gekostet, weil ich mich vorab schon Informiert habe, wie ich die von mir verwendete Software sinnvoll ersetzen kann. Doch das ist für die meisten Leute einfach nicht möglich, weil sie weder die Zeit noch das notwendige Wissen dafür haben und so bleibt ihnen halt nichts Anderes übrig, als weiterhin dabei zu bleiben.

Dies soll auch absolut kein Ratschlag sein, auf ein anderes System zu wechseln, denn auch hier müsste man immer Vorsicht walten lassen.
Es würde sich auch nichts an den Gefahren ändern, denn die Rechnung ist einfach:
Würden alle was anderes verwenden, dann wäre dies das Ziel der bösen Buben.
Das einzig wirklich wirksame wäre eine gute Mischung, aber das ist leider nur eine Utopie.
Eines wird sich immer gegen alle andere durchsetzen können und das ist dann der Marktführer und dieser wird auch die Prügel einstecken müssen!
Dies wird auch so lange sein, so lange wir in einer marktorientierten Wettbewerbsgesellschaft leben…

Zum Abschluss noch ein Gleichnis:
Es ist falsch zu behaupten, dass wenn du einen Regenmantel an hast, du auch gegen Meteoriteneinschläge geschützt bist.
Ein Regenmantel schützt dich eben nur vor Regen und das auch nicht ewig, denn irgendwann wirst du trotzdem nass…
Wenn du aber aufpasst und auch hin und wieder den Blick schweifen lässt, kannst du vielleicht den Meteoriten schon von weiten kommen sehen und ihm möglicherweise auch ausweichen!

Der letzte Nachschlag:
Exploit
https://de.wikipedia.org/wiki/Exploit

BSI für Bürger
https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Home/home_node.html

Bleib Virenfrei
https://www.bleib-virenfrei.de/

Vielen Dank für euer Interesse!
Herr Johannes bei den Furzen

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3 Gedanken zu „Sicher im Internet: Juhu! Ich bin endlich sicher!

  1. Aber man muss, selbst wenn man sich auskennt, oft wechseln, um „keimfrei“ zu bleiben.
    Schön das ich noch nen zweiten Beitrag von dir gelesen hab, da is auch ne gute Antwort drin versteckt. Ein Regenmantel is auf jeden Fall angebracht…

    Der Vorhang fällt, die Kinder klatschen.
    Der Vorhang geht noch mal auf, Kasperl Pezi und der Teufel verneigen sich ein paar mal.
    Die “Abschlussmelodie” spritzt wie Durchfall aus den Lautsprechern, aber nach dieser grausamen Geschichte kann mich das auch nicht mehr erschüttern….

  2. Pingback: Sicher im Internet | Krawutzi!

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