Sicher im Internet: Der Herunter-Laden

thepiratebay hydraGanz ehrlich, wer hat eine illegale Kopie eines Programmes oder Spieles auf seinem Rechner?
Niemand? Natürlich nicht, alles ganz ehrliche Menschen.
Viele wissen vielleicht gar nicht, dass sie was illegales aus dem Internet auf ihrem Rechner haben, weil „Freunde“ die sich halt mit so Computer auskennen tun das für sie installiert haben.
Doch seit gewarnt, wenn man keine Ahnung von den Bedrohungen des Internets hat, sollte man lieber die Finger davon lassen

Ach, das hab ich aus dem Herunterladen
Musik und Filme sind die beliebtesten Ziele, denn bei der Qualität der heutigen Filme und Musik ist man meistens nicht geneigt, Geld dafür auszugeben. Man hat gehört, das bekommt man alles im Internet, also los, her damit!

Weitere beliebte Objekte aus dem Herunterladen sind Programme, die normalerweise abartig viel Geld kosten. Drei der am meisten illegal heruntergeladene Softwarepakete sind Adobe Photoshop Creative Suite, Microsoft Office und Symantec Antivirus.
Und ich kann überhaupt nicht verstehen, warum.
Ich kenne eigentlich niemanden, der den vollen Umfang der Bildbearbeitungsprogramme von Adobe braucht. Aber jeder kennt Photoshop vom Hörensagen und ich glaube „gephotoshopt“ steht sogar im Duden.
Darum braucht man unbedingt Adobe Photoshop, auch wenn man nur Bilder zurecht schneidet und einen mausgekritzelten Text hinzufügen möchte. Eine Privat-Lizenz für Photoshop kostete einmal €1000.- und mittlerweile kann man sich nur mehr ein Abonnement für €12.- Pro Monat kaufen.

Die Nummer zwei ist dann schon Microsoft Office. Bei fast jedem PC ist eine Demo-Version von MS Office dabei. Das ist recht lustig, bis nach 2 Monate die Testperiode vorbei ist und Office seinen Dienst versagt. Kaufen oder fladern ist angesagt, eine Vollversion von Office kostet für Normalsterbliche €149.- oder man nimmt ein Abo um €10.- pro Monat.
Ich kenne auch niemanden, der den vollen Umfang von Microsoft Office braucht oder nutz.

Nummer drei ist dann schon namhafte Antivirus Software von Symantec. Ob es eine gute Idee ist, eine illegale Kopie einer gestohlenen Sicherheits-Software zu verwenden?

Woher kommen die illegalen Angebote
Sie kommen von der dunklen Seite des Internets. Wo Musik und Videos gerippt, gepackt und zerteilt und zum Download angeboten werden.
Cracker knacken die meist voll funktionsfähigen Demo-Programme, sodass sie funktionieren, als wären sie gekauft und registriert worden. Alles wird dann auf meist dubiosen Downloadportalen als Torrents oder Direct-Downloads angeboten, worauf ich aber nicht näher eingehen möchte. Im Nachschlag gibts dann ein paar Infos.
Wer sich auf der dunklen Seite des Internets was herunterladen möchte sollte schon zumindest ein Internet-Jedi sein und kein Internet-Ewok.

Sag mir doch, wo ich was herunterladen kann!
Leider gibt es da nicht DIE Seite, wo man alles bekommt. Die Szene ist ein ziemlicher Affenzirkus in einem Narrenhaus namens Internet. Gewürzt mit einer Prise Wahnsinn, verfeinert mit einer Portion Aaaaaah und einer Prise NEINN!
Die Szene ist immer in Bewegung, die Seiten ändern ständig ihren Standort, mal macht eine zu, dafür gibt es morgen wieder zehn neue. Die glorreichen Zeiten von ThePiratebay sind längst vorbei, es gibt keine vernünftigen Torrent Seiten mehr. Wie es scheint hat die Content-Industrie diese Schlacht gewonnen, aber ganz bestimmt nicht den Krieg!
Wenn man trotzdem vernünftig downloaden will, muss man letztendlich immer zahlen, da die Sharehoster ihre Direct-Downloads nur für zahlende Mitglieder schnell machen. Ansonsten kann ein Download auf halber Strecke abbrechen und komplett versiegen, und man bekommt gar nichts. Oder es ist nicht das drinnen, was draufsteht. Oder man hat nur eine verseuchtes Stück Datenmüll heruntergeladen und der Virenscanner leuchtet auf, wie ein Christbaum.

Um es kurz zu machen, man kann es nicht schnell mal so erklären. Man muss seine eigenen Erfahrungen machen, mit allen Risiken und Niederlagen. Entweder man schafft es irgendwann sich auszukennen, oder man ist der Probleme überdrüssig und gibt auf.
Meistens ist das zweite der Fall.

Was kann mir passieren?
Ich glaube, ich muss euch nicht weiter erklären, dass man nur mit gewissem Rüstzeug auf solche Seiten gehen kann. Natürlich haben alle diese Seiten ihre Tücken, denn schließlich machen die Betreiber das nicht umsonst. Werbung ist noch das harmloseste, womit auf solchen Seiten Geld verdient werden soll. Meistens befinden sich noch viele andere kleine Fallen, auf die Max Mustermann hereinfallen kann und soll.

Das erste sind gleich mal Abo-Fallen, denn du kannst bei einem dir unbekannten Anbieter monatlich zahlen um dir das runterzuladen, weswegen du hergekommen bist, um es gratis runter zu laden. Allerdings ist das nur die Werbung eines weiteren Anbieters, der dafür zahlt, auf der von dir besuchten Seite angezeigt zu werden. Kennst du dich eh noch aus?

Auf den meisten Herunterladen-Seiten befinden sich Beschreibungen und Einblendungen, die einem suggerieren, man müsste sich unbedingt DIESES Programm installieren, damit man in den vollen Download-Genuss kommt.
Diese sind nicht zu übersehen und sehen auch recht vertrauenswürdig aus. Also klicken wir auf installieren!
Ojeh, zu spät, denn du bist gerade gratis Mitglied im Zombienetzwerk irgendeines lustigen Hackers geworden. Dieser verwendet nun deinen PC für seine dunklen Machenschaften und verdient so sein Geld.

Falls du es doch schaffst, einen Download zu starten, ohne auf diese Fallen hereingefallen zu sein, gibt es natürlich noch weitere Hürden. Denn du musst ja erst das Programm installieren und dann den Crack ausführen, der im Download war. Der funktioniert natürlich nur dann richtig, wenn du deinen Virenschutz ausschaltest! Sagt der Crack zumindest. Ojeh, schon fast am Ziel, aber du bist jetzt trotzdem gerade gratis Mitglied im Zombienetzwerk irgendeines lustigen Hackers geworden.

Falls du auch darauf nicht hereingefallen bist, öffnet sich nun vielleicht dein Browser und auf einer lustigen Seite wird dir mitgeteilt, dass der Crack nur dann funktioniert, wenn du genau DIESES Programm dazu installierst. Na gut, dann klick ich halt auf… Ojeh, knapp daneben ist auch vorbei und rate mal: Du bist jetzt gerade gratis Mitglied im Zombienetzwerk irgendeines lustigen Hackers geworden.

Sagen wir mal, du warst doch misstrauisch und hast das alles ohne Schaden überstanden, das Programm wurde geknackt und funktioniert auch, dann geht noch zu guter Letzt eine Seite auf, auf der du für die Gruppe der Cracker voten kannst. Na gut, voten tut ja nicht weh und ojeh, schon wieder bist du gratis Mitglied im Zombienetzwerk deiner Wahl geworden.

Vielleicht habe ich dich unterschätzt und du bist doch ein ganz Schlauer. Hast alles richtig gemacht und nichts ist passiert. Dann gibt es immer noch ein Problem. Das Programm selbst. Das Programm meldet sich nämlich ziemlich sicher in regelmäßigen Abständen bei seinem Hersteller um entweder Updates zu suchen (schlecht, weil es nach einem Update ziemlich sicher nicht mehr funktioniert) oder einfach um mal Hallo zu sagen und einige Daten deines Rechners, die gefälschte Registrierung, deine IP Adresse, dein richtiger Name usw. an den Hersteller zu senden, der dann genau weiß, wie oft und von wem sein Produkt illegal verwendet wird (auch schlecht).
Dies kann man ganz einfach verhindern, indem man eine Application-Firewall verwendet, die die Kommunikation des Programmes mit seinem Schöpfer verhindert. Eh klar, oder?

Alternativen
Das alles kannst du dir getrost sparen.
Wenn du neue Filme gleich sehen willst, dann gehe ins Kino.
Wenn du alte Filme sehen willst, frag deine Freunde und Verwandten, vielleicht haben die den.
Wenn deine Freunde und Verwandte den Film nicht haben, leihe ihn dir in der Videothek.
Wenn du Musik hören willst, höre Radio. Oder Webradio. Oder Podcasts. Oder musiziere selbst.
Wenn du Programme brauchst, verwende Open Source Programme oder Freeware.
Ihr erinnert euch noch an Ninite?

Dies erspart dir viele Probleme wie Viren, Trojanische Pferde und andere Quälgeister, Datenverlust und Neuinstallation deines Rechners. Möglicherweise auch Anwaltskosten. Es wurden zwar in Österreich noch nicht viele Menschen wegen raubkopierter Musik, Filmen oder Programmen verklagt, aber der Teufel schläft nicht. Eine Gesetzesänderung im EU Parlament und schon kann alles ganz anders sein.
Das Internet vergisst nicht. Es weiß, was du letzten Sommer heruntergeladen hast!

Apropos Raubkopie: Der Ausdruck Raubkopie ist per se falsch, weil für einen Raub die Androhung oder die Anwendung von Gewalt notwendig ist.
Ich habe noch nie gehört, dass jemand etwas mit Gewalt oder per Androhung von Gewalt heruntergeladen hat. Aber ist ja Wurst.

Nachschlag
BitTorrent
https://de.wikipedia.org/wiki/BitTorrent

Direct Download
https://de.wikipedia.org/wiki/Direct_Downloads

Musik
http://www.radio.at/
http://freebies.about.com/od/computerfreebies/tp/free-music-online.htm

Alternative zu Adobe Photoshop
http://www.gimp.org/

Alternative zu Microsoft Office
http://www.libreoffice.org/

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Ein Gedanke zu „Sicher im Internet: Der Herunter-Laden

  1. Pingback: Sicher im Internet | Krawutzi!

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