Sicher im Internet: Betriebssystem aktuell halten

BSODWissen eh alle, was ein Betriebssystem ist?
Wenn du deinen Computer einschaltest, dann startet es. Meistens mehr oder weniger schnell. Es ist die Benutzeroberfläche, die es dir ermöglicht Dateien zu verwalten und Programme zu starten.
Microsoft Windows, Linux, und MacOS sind solche für Personal Computer, Windows Phone, Android und iOS sind die bekanntesten Systeme für Smartphones. Wenn du dich dafür genauer interessierst, siehe hier den Artikel auf der Wikipedia.

Gar nicht so unwichtig
Ein Betriebssystem ist eine irrsinnig komplexe Ansammlung von einer Vielzahl von Programmen, die dafür sorgt, dass der Computer das tut, was er soll.
Früher waren die PC Systeme recht einfach, es gab nur eine Kommandozeile, auf der du dem Betriebssystem Befehle erteilen musstest. Es gab keine Maus, keine hochauflösenden Monitore und kein Internet, das Arbeiten war teilweise recht mühsam.
In diesen „guten alten Zeiten“ passten die meisten Betriebssysteme noch auf eine Diskette (wer erinnert sich noch?) mit 1440 Kilobyte, moderne Betriebssysteme benötigen den gigantischen Speicherplatz von 10 Gigabyte was ungefähr dem 7300 fachen Speicherplatz einer Diskette entspricht. Milliarden Zeilen von Maschinencode sind dafür erforderlich, Programmierer arbeiten weltweit und rund um die Uhr an neueren Version und Verbesserungen.

Kein System ohne Fehler
Es ist angesichts der Größe eigentlich unmöglich alles vollständig zu testen, daher befinden sich in allen (auch in den aktuellen) Betriebssystemen oft tausende mehr oder weniger gefährliche Fehler, die vom simplen „wieso geht das nicht“ bis hin zum Totalabsturz mit Datenverlust führen können.
Früher einmal musste man sich die so genannten Bugfix-Releases, also die ausgebesserten Versionen des Systems oder Programmes, noch selbst im Fachgeschäft kaufen, denn schließlich kosteten ja zumindest die Datenträger etwas.
Wenn man sein System nicht aktuell hielt, weil man die Fehler nicht bemerkte, oder sie einem einfach nicht betrafen, konnte man auch getrost darauf verzichten. Viren gab es nur wenige und deren Verbreitung war auch auf Disketten angewiesen und ging daher recht langsam vonstatten.
Heute sieht es etwas anders aus, denn fast jeder Computer ist, sobald er eingeschalten ist, im Internet. Eine große Anzahl von Computerviren funktionieren erst dadurch, indem eine oft alte Lücke in den Systemen ausgenutzt wird.

Je komplexer das System…
…umso mehr Fehler hat es. Dies ist eine Tatsache. Darum haben auch wichtige Computer sehr einfache Betriebssysteme, die auf die fundamentalen Funktionen beschränkt sind. Die Raumsonden Voyager 1 und 2 wurden im Jahr 1977 gestartet und einige Systeme arbeiten immer noch. Und dies trotz Kälte und Strahlung des Weltraumes und der langen Betriebsdauer.
Fast unvorstellbar, oder? Mit Fehlern, die gemacht wurden, musste man sich abfinden, oder sie mussten recht aufwendig per Funk ausgebessert werden. Dies war natürlich recht gefährlich, denn ein Fehler und die Sonde wäre hoffnungslos verloren…

Paranoia
Der häufigste Grund, warum manche ihr Betriebssystem nicht aktuell halten, ist die Paranoia, dass der Hersteller zwar das Betriebssystem aktualisiert, aber auch gleichzeitig Daten vom Rechner abzieht.
Was auch teilweise stimmt, denn fast alle Rechner halten statistische Daten für den Hersteller bereit, um eine Ahnung zu bekommen, was die Kunden oft brauchen und was weniger, wie oft der Rechner benutzt wird und wie lange, wie viele Programme installiert sind und welche, außerdem natürlich Informationen über die Hardware, also das PC Kastl, welches ja von unterschiedlichsten Herstellern kommen kann.
JEDES Betriebssystem sammelt solche Daten und schickt sie an den Hersteller, dies ist nicht geheim und auch keine Verschwörung, man wird bei der Installation darauf hingewiesen und man kann sich aussuchen, ob man das will oder nicht.
Es ist ein gewisses Vertrauen notwendig, wenn man sich ein Produkt kauft, man muss darauf vertrauen, dass einem der Hersteller nicht „übers Haxl haut“…
Wenn man ständig das Gefühl hat, abgehört zu werden und einem ständig Daten fehlen, und DIE haben sie gestohlen, dann sollte man ärztliche Hilfe suchen und keine Computer mehr verwenden.
Wer diese Probleme hat und Mitglied bei Facebook ist, gehört sowieso entmündigt!
Oder man kann auch sein eigenes Betriebssystem schreiben, siehe Nachschlag!

Die Angst erwischt zu werden
Ein anderer Grund, warum manche nicht aktualisieren, ist dass sie eine „nicht ganz legale Kopien“ von Programmen und Betriebssystemen verwenden, die sie von „Freunden aus dem Internet“ haben.
Sprich fast alles auf dem Rechner ist aus dem „dunklen Internet“ heruntergeladen und man hegt insgeheim die Angst, vom Hersteller dabei erwischt zu werden.
Warum das vielen so geht ist leicht erklärt: Man kauft sich einen PC. Man packt ihn aus, schließt ihn an und wirft als erster alle Beschreibungen und Datenträger, die dabei sind weg, oder legt sie wo hin, wo man sie garantiert nie wieder findet. Wer braucht das schon?
Dann nach einiger Zeit hat man dem Rechner aufgrund mangelnden Wissens in einen, sagen wir mal untoten Zustand gebracht, wo nichts mehr richtig funktioniert. Nun ruft man um Hilfe. Natürlich kennt fast jeder jemanden, der sich mit sowas auskennt…
Dieser Jemand fragt dann nach den CDs und Zetterln mit Lizenzen, die beim Computer dabei waren. Ach, die hab ich schon lange nicht mehr!
Was tun? Ein Betriebssystem kaufen kostet meist so um die €100.- und das ist vielen zu teuer.
Also besorgen sich viele Hilfe von anderen, meist weniger professionellen Freunden, die sich auch auskennen, aber den Betroffenen einfach eine vom Internet heruntergeladene illegale Kopie installieren. Mit dem Zusatz „…tu lieber nicht aktualisieren, sonst funktioniert das vielleicht nicht mehr…“ oder „…damit der Hersteller nicht merkt, dass du eine illegale Kopie verwendest…“
Ich könnte ganze Bücher über diese Problematik schreiben…

Zu wenig Datenvolumen
Was auch immer wieder vorkommt ist, dass manche nicht aktualisieren, weil dies das monatliche Datenvolumen des Internetanbieters übersteigt.
Leute, wer so wenig Datenvolumen hat, sollte sich einen anderen Internetanbieter suchen.

Was tun Fisch?
Wenn ihr einen Internetanschluss habt, haltet auch das Betriebssystem aktuell. Unbedingt.
Ich weiß, das ist lästig, und kommt immer, wenn es gerade nicht passt und dauert viel zu lange. Aber es ist einfach notwendig, denn unbehandelte Schwachstellen führen zu weniger Sicherheit, weniger Sicherheit führt zu Schäden und Datenverlust!

Nachschlag:
Ein sehr religiöser Programmierer hat selbst ein Betriebssystem geschrieben, zur Ehre Gottes und in HolyC!
http://www.templeos.org/ und http://www.golem.de/news/templeos-goettlicher-hardcore-1508-115081.html
Liste von Betriebssystemen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Betriebssystemen

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4 Gedanken zu „Sicher im Internet: Betriebssystem aktuell halten

  1. Ich verstehe fast alles… und ich bin ein Techniktrottel. Danke.
    Aber was muss ich tun, wenn ich die Tastatur aktualisieren will (weil z.B. eine Taste schon fehlt) oder wenn das Internet langsam ist? Muss ich das auch erst aktualisieren? Oder kommt das über DVD?

    • Also, das geht so:
      Du lädst dir einen Drei Deh Drucker aus dem Internet herunter und druckst dir dann einfache eine neue Taste.
      Wenn dann das Internet immer noch langsam ist, brennst du dir einfach eine DVD vom ganzen Internet (das geht sich leicht aus) und schon ist es wieder schnell!
      Es ist ja so einfach!

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