Sicher im Internet: Werbung? Mir doch egal

werbungAlso, ich find das voll super: Du kommst auf eine Internetseite und möchtest anfangen zu lesen und plötzlich – ein RIESIGES ROSA IRGENDWAS legt sich über die Internetseite und verkündet, dass du jetzt gefälligst zum Mobilfunkbetreiber mit dem ROSA Logo wechseln sollst.
Wurscht, ob du dich gerade für einen unkündbaren zweijährigen Vertrag beim Betreiber XY verpflichtet hast, weil du unbedingt das neue EiPhone 27 wolltest. Außerdem ist es der Werbung wurscht, ob du vielleicht eh schon Kunde des Mobilfunkbetreibers mit dem Rosa Logo bist.
Du musst die Werbung erdulden oder wegdrücken. Die Älteren werden sich vielleicht noch an die unsäglichen Popups von früher erinnern, die auf fast jeder Internetseite die Leser terrorisiert haben und mittlerweile fast Geschichte sind…

Gewohnheit
Viele Leute, die ich kenne, ignorieren das einfach und drücken gekonnt auf JEDER SEITE die Werbung weg.
Es ist ihnen außerdem auch wurscht, wie sie immer beteuern.
Doch das Problem ist meist nicht die Werbung selbst.
Ich verstehe ja, dass die Webseitenbetreiber Geld verdienen möchten. Es soll ja sogar Blogger geben, die beinahe ihren gesamten Lebensunterhalt durch das Betreiben ihrer Internetseite mit Werbung und bezahlten Beiträgen verdienen. Ignorieren wir hier gleich mal die Objektivität von bezahlten Beiträgen zu Produkten, die der Leser gleich per Klick kaufen kann.

Ad-Farmen
Das wahre Problem sind die Anbieter der Werbung und ihr riesiger Datenhunger.
Denn es reicht nicht, dem Konsumenten Werbung unterzujubeln, nein, man versucht alle Daten die es über dich herauszufinden gibt zu speichern und das ist gar nicht so wenig.
Jeder Browser kann einem Webserver gewisse Daten mitteilen, normalerweise um die Internetseite für den Browser optimiert auszugeben. Dabei handelt es sich um Daten wie den verwendeten Browser, das Betriebssystem, die zuletzt aufgerufene Internetseite bis zu deiner gesamten Historie der aufgerufenen Internetseiten, die Größe deines Bildschirmes, und ganz wichtig, deine IP-Adresse (stark vereinfacht die Telefonnummer deines Rechners im Internet). Meistens hinterlässt die Werbung noch ein sogenanntes Cookie (eine kleine Textdatei), die bei einem weiteren Besuch der Internetseite abgerufen wird.
Durch diese Daten sind die sogenannten Ad-Farmen irgendwann in der Lage, dein Surfverhalten, Produkte die du gut oder schlecht findest, deinen Namen, deinen Wohnort, deine Vorlieben, dein Geschlecht, möglicherweise auch deine sexuellen Vorlieben, deinen richtigen Namen und dein Aussehen zu speichern, sprich du bist der berühmt-berüchtigte gläserne Mensch.

Verschwörungstheorie
Vielleicht wirst du jetzt denken, das ist alles nur Spinnerei und Verschwörungstheorie.
Aber lass es mich kurz anhand von Facebook erklären:
Facebook (sowie Google, Apple, Microsoft und jeder weitere Betreiber einer Ad-Farm) speichert oben genannte Daten über dich und kann aufgrund von dem, was du auf Facebook schreibst, liest und likest jede Menge weitere Daten über dich generieren.
Facebook ist überhaupt das Paradebeispiel, denn die Server wissen alles über dich und über deine Freunde und Verwandten auf Facebook, manchmal sogar über Leute, die du kennst und nicht einmal bei Facebook sind.
Du bekommst aufgrund der ganzen generierten sogenannten Meta-Daten auf dich zugeschnittene Werbung präsentiert, bei der die Chance, dass du das beworbene auch kaufst, am größten ist.
Ich werde dieser Problematik sogar einen eigenen Artikel widmen.

Nun, bei sozialen Medien hinterlässt du ja meist gewollt jede Menge Spuren im Internet durch das, was du von dir gibst, aber auf gewöhnlichen Internetseiten kannst du sogar über einen aktiven Facebook-Login (das Cookie von Facebook) persönlich identifiziert werden und dadurch verdienen die Betreiber der Ad-Farmen Milliarden. Mit DEINEN DATEN. Auch wenn du nicht gleich gehst und was kaufst.

Deshalb verwende ich einen Adblocker!
Im Firefox kannst du ihn ganz leicht installieren, indem du auf die Seite Firefox Add-Ons gehst und uBlock Origin installierst.
Diese kleine Erweiterung befreit dich von einem großen Teil der Werbung im Internet und schützt dich recht gut gegen das Ausspionieren deiner Daten und vor bösartiger Werbung. Ja auch sowas gibt es, diese überzeugt dich, Schadsoftware auf deinem Rechner zu installieren, weil dein Rechner angeblich eine Sicherheitslücke hat (die du danach ganz bestimmt hast).
uBlock Origin ist übrigens eine Alternative zum recht bekannten Adblock Plus, welches ich aber lieber nicht verwende, weil der Betreiber eine Liste mit „nicht aufdringlicher Werbung“ pflegt und diese in die Browser-Erweiterung einbindet. Diese Liste gibt es, weil der Hersteller der Erweiterung sich dafür von Ad-Server Betreibern gut bezahlen lässt, und damit meine ich wirklich, wirklich gut… Man kann sich zwar entscheiden, diese „nicht aufdringliche Werbungen“ trotzdem zu blockieren, jedoch finde ich das Vorgehen unethisch.

Adblock oder nicht Adblock
Momentan gibt es einige Internetseiten, die die Benutzer von Adblocker aufmerksam machen, wie arm sie jetzt sind, weil sie ja nichts mehr verdienen und dich dazu überreden wollen den Adblocker auf ihrer Seite auszuschalten.
Neuerdings gehen Betreiber von Internetseiten sogar so weit, dass sie Benutzern von Adblocker das Anzeigen der Seite ganz verweigern und du entweder für den Inhalt zahlen bzw. den Adblocker deaktivieren sollst.
Der Axel Springer Verlag (Bild Zeitung, Die Welt) nennt Adblock Benutzer sogar „die Diebe des Internets„!
Dies sind psychologisch mehr oder weniger ausgefeilte Aussagen, die von beinharten Geschäftsleuten kommen, die den Rachen einfach nicht voll genug bekommen können und eben nicht einsehen wollen, wieso jetzt die Einnahmen ohne Gegenleistung nicht stetig weiter steigen…
Wie seriös das jetzt ist, lassen wir dahingestellt und man sollte den Besuch von Seiten, die zu solchen Mitteln greifen, vielleicht überdenken und ich schlage euch vor, diese negativen Bemerkungen über Adblock-Benutzer einfach zu ignorieren.

Nachschlag
Was dein Browser über dich verrät:
http://www.zendas.de/service/browserdaten.html
http://www.gurusheaven.de/security/anonymitaets_test.shtml

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5 Gedanken zu „Sicher im Internet: Werbung? Mir doch egal

  1. Deinen Tipp mit „uBlock Origin“ habe ich sofort umgesetzt, obwohl ich mit „Adblock Plus“ nicht wirklich schlechte Erfahrungen gemacht habe (allein die Tatsache, dass jemand für die Nichtschaltung von Werbung Geld bekommt, ist erstaunlich).
    Andere Frage:
    Was hältst Du von
    https://www.ghostery.com/
    ?
    Ligrü

    • Ich habe auch lange Adblock Plus verwendet. Bis ich die Liste mit der „akzeptablen Werbung“ gesehen habe. Dieses Regelwerk ist fast so groß, wie das, was die Werbung wegfiltern soll. Dieses Regelwerk führt einen Werbeblocker ad Adsurdum, ausserdem, was ist schon akzepabel?

      Von Ghostery halte ich sehr viel, ich verwende es in Verbindung mit uBlock Origin. Ich werde dem sogar einen eigenen Artikel widmen…

  2. Pingback: Sicher im Internet: Wir benutzen Ghostery | Krawutzi!

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