Woher haben sie das?

FragezeichenNeulich habe ich in einem Prospekt vom Penner (richtiger Name der Redaktion bekannt) eine Kaffee / Zucker / Mehldose aus Bambusholz gesehen.
Da ich eine Vorratsdose gebrauchen konnte, und gerade bei einem Penner vorbeikam, ging ich rein um mir so eine Dose zu kaufen.
Leider wurde ich nicht gleich fündig, da das Angebot von der vorigen Woche war. In einem Wühlkorb mit reduzierten Artikeln fand ich schliesslich doch noch eine. Leider ohne Verpackung.
Das Ding schien aber in Ornung zu sein, also ging ich damit zur Kassa.
Die Kassierin versuchte die Dose zu scannen, dies schlug aber mangels Barcode fehl.

Ich kann ihnen das leider nicht verkaufen!“ sagte sie.
„Warum nicht?“ frug ich.
Weil kein Barcode drauf ist!
„Aha, ich will es aber trotzdem kaufen!“
Driiiing Driiiiing! Die Kassatante klingelte nach der Filialleiterin. Ich stellte mich zur seite, damit die anderen Kunden nicht warten mussten.
Nach einigen Minuten kam die Filialleiterin angetrabt. Pffft, wenn Blicke töten könnten…
JA?
Der Herr möchte gerne die Dose kaufen, da ist aber kein Barcode drauf.
Die Filialleiterin wandte sich zu mir und fragte ziemlich forsch:
WOHER HABEN SIE DAS?
„Ähm, ja, aus ihrem Geschäft?“
HAM SIE DIE VERPACKUNG ENTFERNT?
„Nein, das war schon so“
ABER AUF DER VERPACKUNG IST DER BARCODE UND DEN BRAUCHEN WIR! WIE SOLLEN WIR DAS SONST SCANNEN?
„Keine Ahnung, ich will es aber trotzdem“
ABER WOHER HABEN SIE DAS?
„Da hinten vom Wühltisch, bei den reduzierten Artikeln.“

Die Filialleiterin verschwand und schusselte zum Wühltisch. Leider wurde sie, wie auch ich, nicht fündig. Kein eingepacktes Doserl.. Kein Barcode. Sie kam zurück.
Ich kann ihnen das ohne Verpackung nicht verkaufen!
„Warum?“
NA WEIL DA KEIN BARCODE DRAUF IST
Ich wurde langsam ungeduldig.
„Hören sie, das Ding ist ein Angebot von letzter Woche. Sie haben sicher einen ganz gescheiten Computer. Dort schauen sie vielleicht nach und finden vielleicht die Artikelnummer heraus. Dann geben sie den Code in der Kassa ein, wie wär das?“
Muss ich nachschauen.“ Die Filialleiterin verschwand in ihr Büro.
Nach zehn Minuten kam sie wieder

Das ist nicht mehr im Computer. Da sind nur die Angebote von dieser Woche, also kann ich es nicht verkaufen.
„Warum?“
Weil ich den Preis nicht kenne.
Ich kramte mein iTelefon heraus, ging auf die Webseite vom Penner, sah mir das Prospekt von der vorigen Woche an und fand die Bambusdose.
„Sehen sie, ich habs gefunden, €6,90 kostet es!“
Ja, da muss ich jetzt telefonieren.“ Sie ging wieder.
Die Leute an der Kassa sahen mich böse an. Was bin ich nur für ein Scheusal? Wenn ein Geschäft einem was nicht verkaufen will, dann hat man das zu akzeptieren und Basta!

Die Filialleiterin kam wieder zurück. Sie sperrte eine eigene Kassa auf für mich. Danach tippte sie ein paar magische Zahlen in das Gerät und verlangte €6,90 von mir.
Während ich nach dem Kleingeld kramte, durchbohrten ihre Blicke meinen Kopf.
Ich zahlte und ging.
Eigentlich hätte ich auf einen Rabatt bestehen sollen, weil das Ding schon ausgepackt und von der vorigen Woche war. Aber dann hätte mich die Filialleiterin wahrscheinlich getötet!

Ein Gedanke zu „Woher haben sie das?

  1. Hallo Johannes!
    Glückwunsch zur Hartnäckigkeit bei der Durchsetzung deines Kundenwunsches!
    Habe vor ein paar Tagen mit jemand geplaudert der im Rhein-Ruhrgebiet in Deutschland Freunde besucht und dort auch mehrere Geschäfte aufgesucht hat. Und dabei eine für österreichische Verhältnisse schlicht schockierende Erkenntnis gewann: man stelle sich vor, der Kunde wurde dort stets gegrüßt und als König behandelt, und zwar flächendeckend. Sogar im dortigen Kaffeehaus gab man sich Mühe die Begriffe „Semmel, Weckerl und Häferl“ zu dekodieren und entsprechende Wünsche freundlich zu erfüllen. Alleine vom Zuhören fühlte man sich wie auf einer fremden Welt …
    Doch dank so Geschichten wie der deinigen wird man schnell wieder in heimatliche austrianische Gefilde zurückversetzt 😉

    Und zu einer deiner anderen österreichischen Begebenheiten, der Holzschlapfen-Story vom 12.April, habe ich nun zwei Fragen an dich da ich ebenfalls auf der Suche nach solchen Schuhen bin: Du hast die Markennamen verklausuliert geschrieben, daher würde ich dich um die Real-Namen ersuchen, desweiteren um den Preis der Holzschuhe. Und bist du dann eigentlich fündig geworden? Weil ich brauche nämlich auch Schuhe mit Holzfussbett, alles andere wird von meinen Schweisslern innerhalb kürzester Zeit biochemisch zersetzt 🙂
    (Ich stelle diese Frage HIER weil die Kommentarfunktion beim April-Beitrag abgeschaltet wurde.)
    Danke im Voraus, Hermann.

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